Auflandungen in der Aare

aare_2010_07_25

Während den Ereignisperioden 2009 und 2010 führte die Aare kein Hochwasser. Trotzdem wurde ein beachtlicher Teil der Geschiebeeinträge aus dem Spreitbach über mehrere hundert Meter in der Aare verschwemmt oder weiter abtransportiert. Im Jahr 2009 lagerten die Murgänge in der Aare Geschiebe bis zu einer Höhe von 10 m ab; ingesamt wurden aus dem Spreitgraben rund 100'000 Kubikmeter Geschiebe ins Aarebett befördert. 2010 gingen erneut Murgänge nieder, die ebenfalls weit in die Aare vordrangen; das Bett der Aare wurde dabei nochmals um bis zu 15 m angehoben. Die gesamte Geschiebemenge, die seit 2009 aus dem Spreitgraben in die Aare verfrachtet worden ist, wird auf 400'000 Kubikmeter geschätzt.

Die feineren Komponenten dieser Schuttablagerungen werden bei Niederschlägen durch den natürlichen Abfluss der Aare talabwärts transportiert. In Innertkirchen nimmt das Gefälle der Aare stark ab. Deshalb reduziert sich dort die Transportkapazität des Gerinnes derart, dass in den kommenden Monaten und Jahren mit starken Auflandungen zu rechnen ist. Diese reduzieren den verfügbaren Abflussquerschnitt des Flussbetts und damit die Hochwassersicherheit für Innertkirchen.

Beim Murgang vom 12. August 2010 wurde so viel Geschiebe nach Innertkirchen verfrachtet, dass dort die Aare innerhalb weniger Stunden um nahezu einen Meter auflandete. Aus diesem Grund hat die Schwellenkorporation Innertkirchen ein Hochwasserschutzprojekt für das Geschiebemanagement in der Aare entwickelt; die Umsetzung ist im Gang.